Kieler Schachgesellschaft von 1884


Kieler Schachgesellschaft von 1884

 

Startseite - Kieler Open - Vereinsmeisterschaft - Schnellschach - Mannschaften/Turniere - Termine/Links - Ergebnisarchiv - Vorstand - Impressum - Datenschutzerklärung

 

Mannschaften/Turniere

 

Peter Schmidt kommentiert seine Partie aus dem Mannschaftskampf gegen Pfullingen 2 (pdf-Datei).

 

Spielberichte

Die neue DSOL-Saison beginnt – die KSG startet mit einem Unentschieden gegen Wermelskirchen I

Nachdem die KSG bereits bei der ersten Auflage der DSOL im letzten Jahr mit dabei war, startet wieder ein Team bei der Neuauflage im Jahr 2021. Alle Spieler aus der ersten Saison sind der Mannschaft treu geblieben, zudem ergänzt mit Dirk uns noch ein weiterer Spieler, der insbesondere aufgrund der Internetwettkämpfe zu uns gestoßen ist, uns aber auch zukünftig (hoffen wir bald!) im klassischen Ligabetrieb unterstützen wird.

Die Vorrunde findet gemeinsam mit 7 anderen Teams in den Monaten Januar bis März statt, die zwei erstplatzierten qualifizieren sich für die K.O.-Runde, in denen der Sieger der DSOL für die jeweilige Liga gekürt wird – in unserem Fall wäre dies die 4. Liga, wo wir in der Vorrundengruppe C mitspielen.

Im ersten Wettkampf traf die KSG auf das starke Team aus Wermelskirchen (NRW), immerhin vom DWZ-Durchschnitt her an Position 1 gesetzt und das erste Mal bei der DSOL dabei.

Am besten kam Hans-Jürgen an Brett 4 mit Weiß aus der Eröffnung heraus. Im neunten Zug schien der Gegner sich mit seiner Dame verklickt zu haben, zumindest erschloss sich mir der tiefere Sinn des Zuges De8 nicht, er führt eigentlich nur zu einem Tempoverlust (nicht selten der Anfang allen Übels).

Bei einem Abtausch im Zentrum ergab sich aufgrund einer falschen Schlagfolge im 19. Zug (exd4?) eine Kombination, in deren Folge Hans-Jürgen eine Figur erobern konnte. Auch danach wurde forciert und überzeugend das Partieende mit weiteren Materialgewinn angestrebt und wenig später war der erste Sieg in der neuen Saison in trockenen Tüchern.

Die anderen drei Partien wurden erst in der Zeitnotphase entschieden.

Peter hatte schwarz und wählte mit dem Wolga-Gambit eine scharfe Eröffnung, konnte den Positionsvorteil im Laufe des Spieles jedoch nicht halten und kam in Zeitnot und mit Internetproblemen in eine gedrückte Stellung hinein. Vielleicht wäre 20. ... Sc2 (mit der Idee des anschließendem Sd4) anstelle von Se5 die bessere Wahl gewesen. Letztendlich beendeten die Internetprobleme vorzeitig die Partie. Schade.

Bei Hans-Adolf war ich mir lange Zeit nicht sicher, wie die verschiedenen Stellungen zu bewerten sind. Selbst zum Schluss hin, wo es darum ging, den Königsangriff abzuwehren, sah es durchaus so aus, dass die Stellung zu halten war – vielleicht sogar mit Materialvorsprung. Aber zum Schluss war auch wenig Zeit alles genau zu kalkulieren und auf einmal schlug der Angriff des Gegners doch noch durch.

Als letzter kämpfte Matthew verbissen um den vollen Punkt. Die Eröffnung von Matt gefiel mir nicht besonders, insbesondere das zweifache Ziehen des schwarzfeldrigen Läufers (3. ... Le7 und 6. ... Lf8). In der Folge konnte sich Matt aber mit mutigen Zügen aus der Bedrängung etwas befreien (z.B. durch den Vormarsch des h-Bauern), zu seinem Glück vergaß zudem auch sein Gegner die weitere Entwicklung seiner Figuren. Durch die große Rochade im 17. Zug konnte Matt seine Figurenentwicklung dann doch noch zufriedenstellend abschließen und spätestens mit 21. ... Tdg8 war Matt am Drücker. Der weisse König und die beiden weissen Türme befanden sich immer noch in der Ausgangsstellung.

Dann überschlugen sich plötzlich die Ereignisse, in deren Folge Matt zunächst einen Turm hergeben musste, dafür jedoch die Chance bekam, einen Angriff auf den weissen König zu starten. Das musste sitzen, ansonsten würde der materielle Nachteil wohl letztendlich den Ausschlag zugunsten des Gegners geben. Sah Weiss 37. Dc3+ mit der womöglichen Rettung? Anstelle dessen kam Thc1+, höchstwahrscheinlich die falsche Entscheidung (noch nicht enginegeprüft). Danach gleich der nächste Aussetzer hinterher mit 38. Dxd4 und dem Klasse-Konter Txe2+ mit anschließendem Damenverlust, Mattdrohung und weiteren Materialverlust. Ein dramatisches und womöglich glückliches Ende der Partie.

Somit endete der Wettkampf mit einem 2 zu 2, mit dem wir ganz gut leben können.

Der nächste Wettkampf findet am Montag, den 1. Februar 2021 ab 19.30 Uhr gegen den SC Kreuzberg statt. Alle Partien sind auf der Turnierseite zu finden: dsol.schachbund.de

René Werner

(Matthew hat diese Partie im pgn-Format mit seinen Kommentaren in englischer Sprache zur Verfügung gestellt: French_Tarrasch_analysed_game.pgn)

Notation der Partie des Tages:
Felix Schönfelder (Wermelskirchen I) – Matthew Basey (Kieler SG)
1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 Be7 4. e5 c5 5. c3 Nc6 6. Qg4 Bf8 7. Ndf3 cxd4 8. cxd4 Nge7 9. Bd2 Qb6 10. Bc3 Bd7 11. Bd3 Nf5 12. Ne2 Nb4 13. Bb1 h5 14. Qg5 Be7 15. Qd2 Nh6 16. Ng3 h4 17. Nh5 0-0-0 18. a3 Nc6 19. Nf4 g5 20. Ne2 g4 21. Nfg1 Rdg8 22. g3 Bg5 23. Nf4 f6 24. Nge2 Nf7 25. exf6 e5 26. dxe5 hxg3 27. fxg3 Ncxe5 28. Bxe5 Nxe5 29. Qc3+ Nc6 30. f7 d4 31. fxg8=Q+ Rxg8 32. Qc2 Re8 33. Ba2 Bxf4 34. gxf4 d3 35. Qxd3 Qxb2 36. Kf2 Nd4 37. Rhc1+ Kb8 38. Qxd4 Rxe2+ 39. Kf1 Qxd4 40. Kxe2 Bb5+ 41. Bc4 Bxc4+ 42. Rxc4 Qxc4+ 0-1